Meine Karriere als Musiker

Im zarten Alter von 12 Jahren meinten die Nazis, dass ich nicht mehr als Ministrant bei der kath. Kirche in Allach ministrieren, sondern bei ihnen in Reih und Glied marschieren sollte. Das war in den 40iger Jahren des 20.Jh. Da bei dem Jungvolkzug in Allach Musiker fehlten, sagten sie, der Marko macht jetzt Musik. Zur Wahl hatte ich die Marschtrommel oder die Querflöte. Die erstere fiel weg, denn die hatte schon ein anderer übernommen, sodass mir nur die Flöte blieb.  Zugeteilt wurde einem rothaarigen und rotgesichtigen Spieler, dem Launer Fritz. Er war schon bei der Reichsbahn und fuhr mit seiner Freifahrtskarte nach Hamburg und sofort wieder zurück und mit anderen Städten machte er es ebenso. Er sagte mir, das sei sehr spannend und er könne dadurch das Reich besser kennen lernen.

Wir begaben uns also ins ‚Lochholz‘ in Allach bei München einem kleinen Wäldchen, nahe bei unserem Haus. Der Fritz und ich setzten uns in eine Vertiefung, das war ganz angenehm. In diesem Loch versuchte er, mir das Gefühl für Musik bei zu bringen. Nie konnte ich jedoch die richtigen Löcher der Flöte finden, die man manchmal zumachen oder offen lassen sollte. Ich hatte ihm allerdings nicht berichtet, dass ich beim Singen in der Schule immer die Note 6 bekam! Nach ca. 3 Wochen gab er es dann auf und ich probierte es alleine im Trichter. Daheim wollten meine Leute nichts davon hören, sodass ich kaum im Haus, die Flöte sofort auf dem Küchenschrank ablegte.

Da der Fähnleinführer in Not war, nahm er mich bei einem Besuch unseres großen Führers in München, auf ins Musikkorps, mit der Drohung, ich solle die Flöte nur vor den Mund halten, aber ja nicht hineinblasen. „Marko, wenn ich merke du blast da rein, dann setzt eine richtig scharfe Abreibung.“ Das ließ ich mir nicht zweimal sagen, war aber betrübt, nur als Statist mit zu marschieren. Wir positionierten uns  also vor dem ‚Dantebad‘ und warteten auf den ‚Führer‘. Inzwischen waren schon etliche fette Naziärsche vorbeimarschiert und wir mussten jedes mal die Hände hochreißen und salutieren. Dabei war es so heiß, dass dir das Wasser im Arsch zu kochen begann! Als dann nach einer gefühlten Ewigkeit der Hitler erschien, setzte sich der ganze lange Zug von Hitlerjungen in Bewegung und ich mitten drin. Und der Fähnleinführer marschierte immer in Höhe meiner Querflöte mit und schaute mit Argusaugen, dass ich ja keine Flötentöne von mir gab. Aber ich hielt das Ding wirklich nur an den Mund und tat so, als ob ich mitspielte. Ab und zu schenkte er mir einen anerkennenden Blick zu, weil ich mich so genau an seine Instruktion hielt. Der Führer hatte also kein Glück, meine Spielkünste zu erleben. Ich aber war froh, nicht spielen zu dürfen, spürte aber auch einen Makel, das Ding nicht zu verstehen. Das Singen macht mir aber trotzdem immer noch Spaß, am Schönsten ist es auf der Wies’n im Bierzelt. Da kommt mein Musikgefühl als Tenor dann endlich zu voller Wirkung und Anerkennung.

30. November 2014 von Markus Dosch
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Weihnachtsfeier der Autoren im Augustiner Bräustüberl

liebe Freunde der Schreiberrei, bald is Weihnacht vorbei, drum treffma uns alle um Drei 🙂 am 13.12.14 im Biersaal der Brauerei.

 

http://www.braeustuben.de/

10. November 2014 von Markus Dosch
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Von einem, der auszog, einen Engel zu kaufen

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10. November 2014 von Markus Dosch
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Schöne Tage

Heute ist ein schöner Tag, und ich hoffe, ich begreife endlich, wie ich meine Blogbeiträge veröffentlichen kann. Ich versuch’s einfach mal, obwohl ich ein Blinder unter Einäugigen bin.

09. November 2014 von Markus Dosch
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Ausstellungseröffnung

Am Donnerstag war ich bei der Galerie Ambacher in München zu der Eröffnung der Ausstellung mit Werken von Armin Mühsam um 19h eingeladen. Der Künstler ist mir nicht mehr unbekannt, denn vor einigen Jahren war er schon mal bei Ambacher zu Gast. Er hat in USA eine Professur an einer Hochschule und kommt immer wieder nach München.

Mir gefallen seine Bilder, obwohl sie eine leere Welt zeigen, die zwar ordentlich und überschaubar ist, aber in ihr tummeln sich keine Menschen. Die kann ich mir auch in den Bildern nicht gut vorstellen, denn die Natur und die Technik sind diejenigen Mächte, die hier herrschen. Es ist alles faszinierend geometrisch geordnet und sogar die Rauchwolken eines Fabrikbrandes haben eine Ästhetik de schönen Kalten. Die Natur hat ihre Schönheit an die Technik abgegeben. Leben möchte ich nicht dort an solchen Orten. Ein wenig erinnern mich die Bilder an Giorgio de Chirico und an dessen Pittura Metafisica. Nur finde ich das Metaphysische bei Mühsam nicht sehr ausgeprägt. Ich meine, er könnte es, aber er macht es nicht. So wirken seine Bilder manchmal leer und wesenlos. Aber voll von einer außerirdischen Schönheit und Einsamkeit. Es geht eine Faszination von ihnen aus, die dich frieren lässt. Aber suggestiv unentrinnbar.

08. November 2014 von Markus Dosch
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Eine adelige Dame aus Florenz

Vor einiger Zeit habe ich mir eine Bildpostkarte, die mir ein Freund geschickt hat, auf den Tisch gelegt und habe sie immer wieder angeschaut: Heinrich Maria Hess (1798-1863) Bildnis der Marchesa Florenzi 1824 (Detail). Es ist ein Frauentyp, den es heute nicht mehr gibt. Der Kopf schräg nach links auf einem weißen, mittellangen Hals. In die Stirn hängen einige dunkle Locken, die Augen mandelförmig und leicht bräunlich. Eine schmale Nase und schmale rote Lippen, die dem ovalen Gesicht eine fast süße Note geben. Eine solche ‚Süße‘ habe ich bei heutigen jungen Frauen noch nie gesehen. Auf mich wirkt es, als ob sie andeuten möchte, ich bin zu schade für einen wilden Sex, mit mir musst du sorgfältig umgehen. Im Schlafzimmer keine Kerzen, also ohne Licht, obwohl der Mann bei ihrem Anblick in Verzückung geraten müsste und dann wieder sich sagen, zu schön, wie eine Porzellanfigur auf dem Kaminsims. Aber vielleicht täuscht dieses Bildnis und sie ist wie eine Furie hinter ihm her und gibt solange keine Ruhe mehr, bis er sie fickt fast bis zur Ohnmacht. So könnte es sein, mir gefällt sie und auch wieder nicht. Kann ich eine solche Schönheit nicht mehr aufnehmen? Sie bleibt mir rätselhaft.

22. Oktober 2014 von Markus Dosch
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Schnellsprecher

Am Donnerstag 9.10. war ich bei meinem Enkel zum Geburtstag eingeladen. Eigentlich freute ich mich schon, andererseits hatte ich noch nicht vergessen, was bei den letzten Geburtstagen für mich Unangenehmes passiert war. Bei einem sehr gutem kalten Buffet, waren wir alle gut gelaunt und unterhielten uns demnach. Ich saß gegenüber und neben 5 angehenden Akademikern, 4 aus Bayern und eine junge Dame aus China.

Interessant war, was die Studenten so alles erzählten. Und wie sie es erzählten. Denn diese in Bayern geborenen Jungen, sprachen perfektes Hochdeutsch, kein Bayerischer Dialektton verirrte sich in dieser steifleinernen Suada. Aber das Stärkste war die Geschwindigkeit, in der sie parlierten. Ich glaubte, sie hätten alle vier jeder ein Wortmaschinengewehr im Leib. Gut, ich bin etwas behindert im Gehör, aber ich verstehe das meiste schon. Aber diesen Sprachenblitzen war ich nicht gewachsen, und da war ich nicht allein. Vor einiger Zeit hatte ich noch protestiert und Gelächter geerntet. Doch jetzt wieder aufbegehren gegen das öde Hochdeutsch und die rasende Geschwindigkeit? Sie nehmen einfach keine Rücksicht auf ältere Menschen und überbieten sich gegenseitig mit dem Wort- und Satztempo. Sie wissen, so nehme ich an, dass ich beides nicht mag, weder die Verachtung unseres Dialekts noch die Schnelligkeit des Redens, aber sie machen es einfach.

Ich frage mich: Ist das die Arroganz der werdenden Akademiker oder die Freude an der Überlegenheit gegen die Älteren oder was sonst? Oder wollen sie sich abgrenzen gegen uns? Ich kann mich nicht erinnern, dass wir Nichtakademiker in unserer Jugend unsere Eltern und Großeltern so ausgegrenzt haben! Ich finde diesen Trend nicht gut denn es ist eine Verächtlichmachung der Älteren und eine Demo ihrer Hochnäsigkeit zudem. Also was kann man von ihnen erwarten? Und noch eins. Das Mädchen aus China spricht schon ganz gut Deutsch. Schade, dass nicht auch ihre Schwestern und Brüder dabei waren, denn dann hätte ich einen noch vergnüglichen Abend in unserer Familiengemeinschaft verbringen können.

10. Oktober 2014 von Markus Dosch
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Mein Ebook 0,00 Euro

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Umschlag

06. Oktober 2014 von Markus Dosch
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Furzende Mutter

Heute in der Früh auf dem KLo, furzte ich einige lose Geräusche und mußte plötzlich an die Furze meiner Mutter denken. Sie klangen eng und etwas gequetscht, genauso wie ich es heute früh bei mir empfunden habe. Da ist der Weg zu den ‚Genen‘ nicht weit, die ich dann in direkter Linie von meiner Mutter empfangen haben muss. Jetzt werdet ihr nach den Fürzen meines Vaters fragen: Da ist nichts zu vermelden, nicht einen einzigen kleinsten Ton habe ich je vernommen! Das habe ich schon immer sehr bewundert. Denn als junger Mensch habe ich andere Typen getroffen, die direkt neben dir beim Gehen eine Furzlawine losgelassen haben, die sich gewaschen hatte. Als ich sie dann komisch ansah, lachten sie los und meinten, ‚im Freien darf man Stinken, dass Berg und Tal versinken!‘ Und als Kinder haben meine Schwester und ich mal was ganz Kurioses und Unappetitliches erlebt: Wir waren mit zwei Freunden zu Gast bei ihren Eltern. Diese Freunde erzählten uns auch, dass sie ihre Eltern oft beim Vögeln beobachtet hätten, wobei die Mutter sich bitter beschwerte, dass der Vater ihre Schamhaare in ihre Muschi mit hinein gezogen habe! Und das habe sie immer wieder geärgert, dass er so rücksichtslos zu ihrer Muschi sei!

Und als wir beide mal bei der Familie zu Gast waren, haben sie ein Spielchen kreiert, bei dem wir auch mitmachen sollten, weil es ihnen sogut gefiel. Die Vier stellten sich im Kreis auf und der Vater nahm eine große, leere und entkorkte Essigflasche, zog seine Hose halb herunter, drückte die Flasche an seinen Arsch und furzte krachend hinein! Dann wanderte die Flasche zur Mutter und den Söhnen und auch sie furzten mächtig hinein. Dabei tanzten sie im Kreis herum uind quetschten so ihre Fürze heraus. Dann schrie der Vater „schnell zuastöpseln, damit er nicht rauskommt!“! Und der die Flasche als letzter hatte, haute den Korken in die Flasche und schrie, „wir haben sie alle drin!“ . Sie forderten uns auch auf, mitzumachen, aber das ging uns zu weit, daheim gab es bei uns keine solchen Spielchen. Doch wir lachten uns fast krumm, als wir die Famile in die Flasche furzen sahen und wie sie im Kreis ihren Furzflaschentanz zelebrierten. Als eine Weile vergangen war, öffneten sie dann kurz die Flasche und berochen der Reihe nach ihre eingefangenen Fürze! Wie sie diese Menge von Furzen ‚generieren‘ konnten, blieb mir bis heute ein Rätsel. Als unsere Eltern uns dieses Erlebnis herauslockten, durften wir nie mehr zu dieser Familie zu Besuch gehen.

Ich würde sagen, diese Art, Fürze zu behandeln, kann man auch als eine neue ‚Art Riechkunst‘ kreieren! Oder ist es etwa kein Akt der ‚Geruchskunst‘, was diese Eltern mit ihren Kindern geschaffen haben? Ich sehe schon, wie eifrige Kunstkritiker und Kunstsagenten sich die Haken wundlaufen, um solche ‚Furzkünstler‘ in der ganzen Welt aufzuspüren und eines Tages ‚Furz-Kunst-Wochen‘ ins Leben zu rufen. Das Grabmal dieser kunstfertigen Familie kann ich gerne bekannt machen, dami man diesen modernen Künstlern ein Denkmal stiften kann. Die Kunst hat sich dann einen neues ’schöpferisches Universum‘ erschlossen.

06. Oktober 2014 von Markus Dosch
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Wettersturm im Gehirn

Eine Erfahrung, die ich in meinen Vierziger Jahren immer wieder machte: Bei Wetterumschlag bekam ich oft schwere Migräneanfälle, bei denen ich ab und zu im Bett bleiben musste, bei abgedunkeltem Zimmer. Zwischen 50 und 60, war dieser Spuk plötzlich verschwunden.
Nun in den 80igern taucht er wieder auf mit heftigen Schmerzen über dem rechten Auge, der rechten Schläfe und dem rechten Schädeldach. Kein Arzt, auch nicht die Röhre, konnten einen Grund finden. Allerdings hat mir mein Arzt wenigstens eine gute Tablette verschrieben, die den Schmerz nach ca. 30 min stoppt.
Nun habe ich bald einen Termin bei einem Schmerztherapeuten, der mir vielleicht helfen könnte. Auch jetzt bin ich manchmal so mies beinand, dass ich nichts unternehmen kann, außer der Tablette. Aber ich halte ja gerne meinen Schädel hin, wenn’s vom Sauwetter zum Sonnenschein mutiert! Denn ich liebe die Sonne, wie viele Menschen auch. Wenn dann mal endgültig Schluss ist, spürt man keinen Schmerz mehr. Ist das nicht ein kleiner Trost? Kein Bewusstsein, kein Schmerz! Und drüben??? Noch wissen wir davon NICHTS.

06. Oktober 2014 von Markus Dosch
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