Kompositionnen von Dimitri Schostakowitsch

Vor einigen Tagen sah und hörte ich im TV eine Komposition von Schostakowitsch, seine 1, Sinfonie in F-Dur Werk 10. Die hat er mit 18 Jahren komponiert, eine erstaunliche Leistung für einen so jungen Musiker. Sie hat denn auch für mich etwas sehr stürmisches, wie man es auch aus seinen späteren Werken kennt. Mich hat es fasziniert, obwohl Sch. nicht zu den beliebtesten Sinfonikern zählt. Aber die Zeiten sind vorbei, als er noch die Zuhörer schockierte mit seinen raschen Tempowechseln sind seinem Ungestüm.

Gegen die heutigen ‚Krächzer‘ und ‚Abruptivisten‘ und ‚Jauler‘, ist er fast schon ein klassischer Komponist der Moderne. Also liebt man ihn und geht den Neueren unserer Zeit aus dem Weg. Entweder zu spät im Konzertsaal zu erscheinen oder früher ihn verlassen! Aber so haben es die Leute schon in den 50igern gemacht, als die damaligen Neutöner rumpelten und wir uns wunderten, was da alles los war auf der Bühne. Als junger Mensch war man damals auch toleranter und hat versucht, diese Musik aufzunehmen und zu goutieren, was nicht einfach war. Die Nazis hatten uns nicht vorbereitet auf diese dissonanten Sounds, aber ich sagte mir, warum nicht das Alte mal beiseite lassen und das Neue zumindest anzuhören. Und manches Neue war auch richtig faszinierend. Alles was neu ist, bringt uns weiter und öffnet weite Horizonte des Erlebens.

Meine Frau und ich lieben von Sch. seinen Walzer Nr. 2. Es ist eine Stimmung dabei, die dich nicht mehr loslässt. Auch eine Art von Sinnlichkeit, die uns gefangen nimmt und die unversehens im Lauf des Tages oder vor dem Einschlafen sich in dir einnistet und dich verzaubert. Der Tag sieht zumindest für eine gewisse Zeit anders aus, viel lockerer und heiterer, und du denkst dir, dass es diese Melodie gibt, das ist ein einmaliger Glücksfall. Und du schwingst mit dem Sound und der Melodie und dem Rhythmus und das Leben ist für kurze Zeit nicht mehr so bedrückend und ausweglos. Ich danke Dir, Dimitri Schostakowitsch, für diesen Geniestreich.

 

Über Markus Dosch

Markus Dosch wurde in dem Dorf Allach bei München 1931 geboren. Kindheit und Jugend sind durch die nationalsozialistische Herrschaft geprägt, vor der der Junge in eine Welt der Bücher flieht. Die Beschäftigung mit Märchen, Mythen und Sagen bietet eine Möglichkeit zu leben und zu überleben. Das Lesen erweckt schon früh den Wunsch selbst zu schreiben und das Leben in Sprache zu verwandeln. In seinen Erzählungen verarbeitet er vielfach seine Erfahrungen als Mitarbeiter einer Versicherung. Die Erlebnisse eines ganz normalen Büromenschen werden hier zu manchmal schaurigen, manchmal heiteren, manchmal bissigen Geschichten verdichtet. Die frühe Faszination durch Mythen und Märchen kehrt dabei in der Kunst des Autors wieder, das Wunderbare oder das Abgründige im Einerlei des tagtäglichen Lebens aufzuspüren und in poetische Bilder zu fassen. Ich bin Mitglied im VS - Verband Deutscher Schriftsteller in Bayern P.E.N. - Club Deutschland Werkkreis - Literatur der Arbeitswelt

15. Februar 2015 von Markus Dosch
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